FRUCHTWELT BODENSEE

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Pressebericht FRUCHTWELT BODENSEE 2026

Stabile Ernte und hohe Qualität treffen im Obstbau auf ein herausforderndes Umfeld

Wertschätzung heimischer Produkte ist zentrales Anliegen – Bodensee-Region leistet wichtigen Beitrag zur Eigen-Obstversorgung in Deutschland – Fruchtwelt Bodensee greift Zukunftsfragen der Branche auf

Fruchtwelt Bodensee
Friedrichshafen, Deutschland

Friedrichshafen – Eine sehr gute Qualität sowie eine stabile Mengenlage zeichnen die Apfelernte für das Jahr 2025 in der Bodenseeregion aus. Mit rund 250 000 Tonnen Tafeläpfeln stammt knapp ein Viertel der nationalen Obstproduktion von insgesamt 1,07 Millionen Tonnen aus dem zweitgrößten Anbaugebiet in Deutschland. Europaweit lag die Produktion von Tafeläpfeln 2025 bei rund 10,9 Millionen Tonnen und damit leicht über dem Vorjahr. „Die Erntequalität wird branchenweit als sehr gut bewertet – mit hoher Festigkeit, ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis und hervorragendem Geschmack“, berichtet Anja Renz, Geschäftsführerin des Obstregion Bodensee e.V.. Gleichzeitig bleiben die Rahmenbedingungen für den Obstbau in Deutschland weiterhin anspruchsvoll. Steigende Produktionskosten, zunehmende regulatorische Anforderungen und klimatische Risiken belasten die Betriebe, wie Anja Renz betont. Die Fruchtwelt Bodensee bringt die relevanten Akteure aus Erzeugung, Handel, Politik und Wissenschaft vom 20. bis 22. Februar 2026 bei der Messe Friedrichshafen zusammen, um praxisnahe Antworten zu entwickeln.

Herausfordernde Rahmenbedingungen für den Obstbau

„Durch die offenen Grenzen konkurrieren wir mit unseren Produkten europa- und weltweit letztlich über den Preis. In unserer handarbeitsintensiven Branche unterscheiden sich die Stundenlöhne jedoch erheblich“, erklärt Thomas Heilig, Vorsitzender des Obstregion Bodensee e.V. und fordert tragbare politische Lösungen wie branchenspezifische Sonderregelungen. Auch Anja Renz sieht Handlungsbedarf bei der Wertschöpfung: „Eine größere Teilhabe der Erzeuger am Ladenpreis könnte sehr bei der Bewältigung der gestiegenen Produktionskosten helfen.“ Darüber hinaus fordert sie gleiche Wettbewerbsbedingungen, indem einheitliche europäische Standards konsequent auch für Importware gelten, was die heimische Obstproduktion stärke. Ebenso bedeutend seien flexiblere Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln, um schneller auf neue Schaderreger reagieren zu können. Als konkrete Unterstützungsinitiative nennt Thomas Heilig unter anderem die Nachhaltigkeitsinitiative FAIRDI, die den Anbau neuer, robuster Sorten fördert, Pflanzenschutzmittel einspart und gleichzeitig eine gerechtere Entlohnung der Erzeuger ermöglichen soll.

Ausloten möglicher Lösungen und Strategien

Neben den Produktionsbedingungen beeinflusst auch das Konsumverhalten die Branche. „Der Pro-Kopf-Verbrauch von Tafeläpfeln ist in den vergangenen Jahren spürbar gesunken – von etwa 16 auf unter 14 Kilogramm – während der Importanteil steigt“, beschreibt Anja Renz die momentane Lage, die auch in der Podiumsdiskussion zum Start der Fruchtwelt Bodensee aufgegriffen wird.

Praxisnah sind die Messe-Vorträge zur anstehenden digitalen Dokumentationspflicht, die im Jahr 2027 eingeführt werden soll. „Es macht definitiv Sinn, sich bereits jetzt damit auseinanderzusetzen, denn richtig eingesetzt bringt die digitale Ackerschlagkartei auch einige Vorteile mit sich, wie die Optimierung von Ressourcen, eine detaillierte Auswertung und damit eine verbesserte Betriebsführung. Letztendlich bedeutet es auch eine Zeitersparnis, wenn man seine Analysewerte auf Knopfdruck auswertet“, ist Jürgen Sittner vom Landratsamt Bodenseekreis überzeugt. Vier Ackerschlagkarteien, die diese Voraussetzungen erfüllen, werden unter anderem am Messe-Sonntag vorgestellt. Eine weitere Herausforderung für den Obstbau stellt der Klimawandel dar, im Zuge dessen eine bedarfsgerechte Wasserversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnt. In einer ganzen Vortragsreihe beleuchtet das KOB am Messe-Samstag die neuesten Entwicklungen.

Wertschöpfung aus Streuobst in einem veränderten Marktumfeld

Mit einer Neuinterpretation von Obstbränden stellen sich die Klein- und Obstbrenner der spürbaren Zurückhaltung des Alkoholkonsums entgegen. „Wir wollen zeigen, dass man unsere hochwertigen regionalen Produkte aus Streuobst vielfältig einsetzen kann und sie zu einer modernen Trinkkultur dazugehören“, betont Andreas Metzler, Landesvorsitzender des Verbands der Klein- und Obstbrenner Südwürttemberg-Hohenzollern und berichtet: „Bei unseren Vorträgen auf der Messe zeigen wir, warum unsere fruchtigen Destillate geschmacklich wunderbar in Cocktails passen und wie aus guten Obstbränden durch Fasslagerung Premium-Produkte für die Cocktailbar entstehen.“ Außerdem fordert er die Alkoholsteuer auf ein zeitgemäßes Niveau anzuheben: „Die günstigen Spirituosen-Preise auf dem Weltmarkt fördern Missbrauch und schaden dem Ansehen unserer Produkte. Gerade auch im Hinblick auf das Freihandelsabkommen mit Indien und Mercosur. Zumindest eine inflationäre Anpassung wäre dringend nötig“, ist Andreas Metzler überzeugt.

Preise und Öffnungszeiten

Die Fruchtwelt Bodensee ist vom 20. bis 22. Februar 2026 von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 23 Euro, online 19 Euro. Der Ticketshop ist bereits geöffnet. Weitere Informationen und das Vortragsprogramm im Detail unter: www.fruchtwelt-bodensee.de und https://www.instagram.com/fruchtwelt.bodensee/

 

Pressekontakt:

Kerstin Rieger, Managerin Media Relations
Tel.: +49 7541 708-327
E-Mail: kerstin.rieger@messe-fn.de

 

Über die Fruchtwelt Bodensee

Die Fruchtwelt Bodensee ist die internationale Fachmesse für Erwerbsobstbau, Destillation und Agrartechnik. Ausstellende aus ganz Europa informieren im zweijährigen Turnus über die neuesten Entwicklungen und Produkte aus den Bereichen Obstanbau, Brennereiwesen, Erntemaschinen, Pflanzenschutz, Baumschulen sowie Agrartechnik und Landhandel. Ergänzt wird das Informations- und Produktangebot der ausstellenden Unternehmen mit einem vielschichtigen und fundierten Konferenzprogramm der Bodensee-Obstbautage zu aktuellen Themen aus Praxis und Forschung. Zudem bietet der Standort Bodensee - das zweitgrößte Obstanbaugebiet Deutschlands - ideale Rahmenbedingungen, um sich in der Region zu vernetzen.

Über die Messe Friedrichshafen

Die Messe Friedrichshafen GmbH zählt zu Deutschlands führenden Messegesellschaften und ist im Vierländereck am Bodensee zu Hause. 1950 zur Wirtschaftsförderung der Region gegründet, hat sie sich als Veranstalter und Vermarkter von Freizeit- und Fachmessen weltweit einen Namen gemacht. Kongresse, Firmen- und Sportveranstaltungen sowie TV-Produktionen und Live-Konzerte ergänzen das breite Portfolio. Jedes Jahr zieht die Messe Friedrichshafen hunderttausende Besuchende und tausende von ausstellenden Unternehmen aus mehr als 100 Nationen an den Bodensee. Insgesamt stehen 87.500 m² Ausstellungsfläche verteilt auf zwölf Messehallen und zwei Multifunktions-Foyers sowie die beiden Freiflächen im Innenhofbereich mit 15.500 m² und dem Static Display mit 20.000 m²einzigartige Nutzungsmöglichkeiten für erlebnisreiche Messetage zur Verfügung. Das kompakt konzipierte Messegelände mit Messe-See in direkter Nachbarschaft zum Flughafen sowie Hallen mit Hangar-Toren bietet vielfältige Nutzungsvarianten.

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Ihre Kontaktperson

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Kerstin Rieger

Managerin Media Relations

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