FRUCHTWELT BODENSEE
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Brennpunkt Obstbaubranche: Messe bietet Plattform zum internationalen Austausch

Frostschutz, Mehrgefahrenversicherung, neue Gesetzeslagen im Agrarbereich und die Abschaffung des Branntweinmonopols: Der Gesprächsbedarf unter Obsterzeugern, Landwirten und Brennern aus ganz Europa ist derzeit hoch. Auf der Fruchtwelt Bodensee vom 23. bis 25. Februar 2018 finden die Besucher Lösungsansätze und Antworten auf brennende Fragen und können sich bei Experten einen globalen Marktüberblick über die Weiterentwicklung des Obstbaus sowie die neuen Trends der Bewirtschaftung und Anbautechnik informieren. Das hochwertige Rahmenprogramm der Bodensee-Obstbautage sowie des internationalen Brennertages beleuchten Branchenthemen detailliert. Ein Fokus liegt auch auf der Direktvermarktung sowie dem Thema Urlaub auf dem Bauernhof.


„Gerade in wirtschaftlich unruhigeren Zeiten ist es wichtig, sich gegenseitig auszutauschen und zu informieren. Die Fruchtwelt Bodensee bietet dafür eine hervorragende Plattform und findet zum richtigen Zeitpunkt statt. Hier werden die Weichen für die kommende Saison gestellt“, ist Messe-Chef Klaus Wellmann überzeugt. Mit der Kombination aus umfangreichem Produktangebot und hochwertigem Konferenzprogramm hat sich die Fruchtwelt Bodensee stark entwickelt und im Vorfeld der Veranstaltung gibt es gute Signale für eine erfolgreiche Neuauflage: „Derzeit liegen wir mit dem Anmeldestand 20 Prozent über dem Niveau des vergleichbaren Zeitraums 2015 und erwarten für die achte Auflage der Fruchtwelt Bodensee rund 370 Aussteller“, berichtet Projektleiterin Petra Rathgeber. Einen Fokus richtet die Messe zusätzlich auf die Direktvermarktung: „Der neue Bereich ‚Mein Hofladen‘ ist gut angelaufen, zahlreiche Aussteller präsentieren ihr Angebot zu Ladenbau, Automaten und Produkten für den Hofladen“, kündigt Petra Rathgeber an. Darüber hinaus sind zu diesem Thema auch einige Vorträge in Planung.


Aktuelles: Die 38. Bodensee-Obstbautage
Das fachliche Highlight der Messe stellen die 38. Bodensee-Obstbautage dar. Die obstbaufachlichen Vorträge und Diskussionen werden im Foyer West und Konferenzzentrum West abgehalten. „Die Themen der Bodensee-Obstbautage greifen mitten hinein ins Geschehen, das die Obstbaubetriebe, die Vermarkter und die Erzeugerorganisationen derzeit so sehr beschäftigt: Schutz der Kulturen vor unerwünschten Witterungseinflüssen und Vorsorgemaßnahmen für die wirtschaftliche Sicherheit der Unternehmen“, betonen die Organisatoren, Eugen Setz von der Obst vom Bodensee Marketinggesellschaft, Dr. Egon Treyer von der Marktgemeinschaft Bodenseeobst und Dr. Manfred Büchele vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB).


Weitreichendes: Der Klimawandel und seine Folgen
Nach den hohen Frostausfällen im Frühjahr 2017 rückt das Thema Klimawandel in den Mittelpunkt der Bodensee-Obstbautage. Ganz oben auf der Agenda stehen die politischen Forderungen, geeignete Modelle einer Mehrgefahrenversicherung und eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk wird sich zur Eröffnung der Messe am Freitag zu den derzeit vordringlichsten berufsständischen Initiativen äußern. Dr. Matthias Görgens von der Obstbauversuchsanstalt Jork beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit den Einflüssen des Klimawandels und wird im Eröffnungsvortrag dieses zentrale Thema angehen. Modelle für eine Mehrgefahrenversicherung stellen Michael Lösche, Vereinigte Hagelversicherung, und Vizepräsident Klaus Mugele vom Landesbauernverband in Baden-Württemberg vor. Einblick in die Arbeit des Hagelschutzkonsortiums Südtirol sowie deren Erfahrungen mit einer Mehrgefahrenversicherung vermittelt Heinrich Huber, Direktor des Südtiroler Hagelschutzkonsortiums. Weitere Themenschwerpunkte gelten technischen Fragen zur Frostschutzberegnung und Alternativen dazu, die in den Vorträgen von Dr. Gianni Chiogna aus Bozen und Marc Sellwig vom KOB Bavendorf angesprochen werden.


Bereicherndes: Urlaub auf dem Bauernhof
Eine eigene Vortragsreihe beschäftigt sich mit dem Thema „Urlaub auf dem Bauernhof“. Am Messe-Samstag und -Sonntag erhalten alle Interessenten umfassende Informationen zum Aufbau eines weiteren Standbeines ihres Betriebes. Zu Beginn um 9 Uhr geht Dr. Hermann Gabele vom Landratsamt Bodenseekreis in seinem Vortrag folgender Frage nach: „Betriebszweig ‚Urlaub auf dem Bauernhof‘ – ein Beitrag zur Risikominderung im landwirtschaftlichen Betrieb?“ Im Anschluss zeigt Irmgard Hofmann, ebenfalls vom Landratsamt Bodenseekreis, den Weg von der Geschäftsidee, über die Planung und Förderung bis hin zur Umsetzung auf. Rund um Marketing, Qualitätssicherung und Netzwerkbildung im Bereich ‚Urlaub auf dem Bauernhof‘ dreht sich der anschließende Vortrag. Außerdem thematisieren weitere Referenten die Gestaltung eines kindersicheren Bauernhofs sowie steuerliche Aspekte.


Wegweisendes: Vorstellung grenzüberschreitender Projekte
Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee aus Bavendorf informiert die Messebesucher zur Fruchtwelt Bodensee über vier seiner laufenden Projekte, die es in Kooperation mit Partnern aus anderen europäischen Obstbauregionen durchführt. KOB-Pflanzenschutz-Experte Dr. Christian Scheer berichtet über „Rückstandsarme Produktion – Modellanlagen zur Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenschutzes“, Dr. Lars Lehmberg wird aktuelle Ergebnisse des Projekts zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden durch die Kirschessigfliege vorstellen. Mit der Entwicklung direkter und indirekter Maßnahmen zur Bekämpfung des Pilzes „Marssonina coronaria“, der Apfelbäume entlaubt, beschäftigt sich ein weiterer Vortrag des KOB.


Zukunftsweisendes: Projekt zur Vermeidung von Obstlagerschäden
Lagerschäden können zu erheblichen Ausfällen nach der Ernte führen. Verbesserte Kenntnisse zu den Ursachen der Schäden und sachgerechtem Handling der Früchte während Ernte und Lagerung können dazu beitragen, Verluste deutlich zu reduzieren. Ziel des Projekts, über das KOB-Experte Dr. Daniel Neuwald berichten wird, ist nachhaltige Strategien zur Vermeidung von Schadursachen zu vermitteln. Dafür soll ein praxistaugliches multimediales System entwickelt werden, das den Anwendern auf einer Online-Plattform sowie über eine App alle gesammelten Informationen zur Verfügung stellt. Der Zugang zur Datenbank wird kostenfrei etwa ab Mitte 2018 möglich sein.


Hochprozentiges: Internationaler Brennertag mit brennenden Themen
Großen Gesprächsbedarf gibt es auf dem Internationalen Brennertag 2018 im Rahmen der Fruchtwelt Bodensee. Hier stehen zwei brennende Themen im Mittelpunkt: Die Neufassung des Alkoholsteuergesetzes, das die Abschaffung des Branntweinmonopols mit sich bringt sowie die geplante Erneuerung der Spirituosenverordnung. Dies spiegelt sich auch im Vortragsprogramm wider: Werner Albrecht vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beleuchtet das nationale und EU-Spirituosenrecht, Klaus Lindenmann, Geschäftsführer des Badischen Brennerverbandes, informiert über die neuen Rechtsvorschriften in der Brennerei ab 2018. Aber auch andere Themen werden in Seminaren und Vorträgen angesprochen: Um die Kostenkalkulation von Bränden in der Abfindung geht es beispielsweise im Seminar von Jürgen Friz und Ulrich Jakob Zeni referiert über die zeitgemäße Präsentation von Obstbränden. In Halle B2 zeigen Aussteller die neuesten Produkte aus den Bereichen Brennerei und Destillate.


Chancenreiches: Digitale Vernetzung in der Landwirtschaft
Die digitale Vernetzung ist stetig im Vormarsch und wird auch künftig ein zentrales Thema der Landwirtschaft sein. Welche Möglichkeiten bereits jetzt im Bereich Smart Farming realisiert werden, welche Chancen sich ergeben aber auch welche Anforderungen an den landwirtschaftlichen Unternehmer der Zukunft gestellt werden, zeigen die Maschinenringe Tettnang, Linzgau und Lindau auf ihrem Gemeinschaftsstand. Arbeitsrechtliche Themen finden ebenso ihren Platz auf der Agenda, beispielsweise wird in Vorträgen das Güterkraftverkehrsgesetz und dessen Auswirkungen auf die Landwirtschaft näher beleuchtet sowie die Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin.