Internationale Obstfachmesse Fruchtwelt Bodensee 2010 mit den 34. Bodensee-Obstbautagen - Fachvorträge zu aktuellen Themen - Brennertag am Sonntag
Zu einem länderübergreifenden Austausch lädt die Fruchtwelt Bodensee vom 19. bis 21. Februar 2010 alle ein, die sich für Obstanbau, Brennereiwesen und Hopfen interessieren. Über 200 Aussteller informieren über neue Entwicklungen, Produkte und Herstellungstechniken. Aktuelle Themen wie Direktvermarktung, Pflanzenschutz und Klimawandel stehen im Fokus der 34. Bodensee-Obstbautage, die im Rahmen der internationalen Obstfachmesse in Friedrichshafen stattfinden. Weitere Schwerpunkte sind der Brenner-Tag und Vorträge zum Thema Hopfen. Nach der erfolgreichen Premiere der "agrarwelt" im Jahr 2008, findet diese auch 2010 wieder als Parallelveranstaltung statt.
"Die Fruchtwelt Bodensee hat sich als wichtiger Treffpunkt der Obstbaubranche etabliert und findet durch die Kombination aus Fachvorträgen, Seminaren und dem umfangreichen Produktangebot in der Branche großen Anklang", stellt Messegeschäftsführer Klaus Wellmann fest. Auf der Fachmesse, die im zweijährigen Turnus stattfindet, können sich die Besucher über die neuesten Entwicklungen und Produkte aus den Bereichen Obstanbau, Brennereiwesen, Erntemaschinen, Pflanzenschutz, Baumschulen und Hopfen informieren. Parallel dazu findet zum zweiten Mal die Fachmesse "agrarwelt" statt. "Die Kombination der beiden Ausstellungen ergibt durch deren thematische Überschneidungen einen Mehrwert, den Besucher und Aussteller schätzen", berichtet Projektleiterin Petra Rathgeber. "In der zweiten Auflage haben wir die Gemeinsamkeiten noch stärker herausgearbeitet, was sich beispielsweise im Rahmenprogramm zeigt."
Umfangreich: 34. Bodensee-Obstbautage
Mit Themen, die Besucher beider Fachmessen ansprechen, starten auch die Bodensee-Obstbautage, die das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) und die Obstregion Bodensee gemeinsam ausrichten. Am Eröffnungstag stellt Professor Dr. Georg Backhaus das Thema Pflanzenschutz in den Mittelpunkt seines Vortrages. Der Präsident des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen ist ein Experte im Bereich des Pflanzenschutzes und positioniert den konventionellen Pflanzenbau vor dem Hintergrund der globalen Ernährungssicherung. Der Folgevortrag von Professor Reiner Doluschitz beschäftigt sich mit der organisierten Vermarktung in der Agrarwelt. Dabei legt der Leiter der Forschungsstelle für Genossenschaftswesen und des Institutes für landwirtschaftliche Betriebswirtschaftslehre der Universität Hohenheim dar, wie wichtig der Zusammenschluss von Landwirten für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist. Insgesamt umfasst das dreitägige Vortragsprogramm über 30 Fachvorträge und Seminare.
Existenziell: Pflanzenschutz als Kernthema
Pflanzenschutzmittel sind weltweit unverzichtbare Betriebsmittel in der landwirtschaftlichen Produktion. Unter dem Titel "Pflanzenschutz im Wandel der Zeit" greift Prof. Dr. Backhaus bei seinem Vortrag in die konträre öffentliche Diskussion zu diesem Thema ein. Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen, bei denen die Ernährungssicherung eine besondere Bedeutung hat, wird er das Thema Pflanzenschutz und dessen Fortschritte sachlich darlegen.
Brandaktuell: Feuerbrand im Dreiländereck
Um den Schutz vor Feuerbrand in Deutschland, Österreich und der Schweiz geht es in einer länderübergreifenden Vortragsreihe und der anschließenden Podiumsdiskussion mit internationalen Experten am Messe-Samstag. Der Agrarwissenschaftler Georg Bantleon stellt Forschungsergebnisse über Ausbreitung und Bekämpfung dieser Pflanzenkrankheit vor. Im Mittelpunkt des Projektes steht ein neuer Wirkstoff, welcher als Hoffnungsträger gilt.
Individuell: Vorträge zur Direktvermarktung
Rund um das Thema regionale Vermarktung ranken sich mehrere Vorträge, sie sich an Fachbesucher der Fruchtwelt Bodensee und der "agrarwelt" richten. "In unserer touristisch erschlossenen Region können über Aktivitäten neben der organisierten Vermarktung einige Nischen und Einkommensbeiträge erschlossen werden", erklärt Dr. Manfred Büchele, Leiter des Kompetenzzentrums Obstbau. In den Vorträgen werden sowohl bestehende Strukturen als auch Erfolgsfaktoren einer besseren Strukturierung beleuchtet. Dr. Richard Dietrich vom Verein zur Förderung der Streuobstnutzung in Vorarlberg wird Ideen und Vorgehensweisen aus dem Nachbarland vorstellen. Einen "Werbe-Check" für Direktvermarkter bietet Mechthild Högemann von Produkt + Markt Agribusiness Consulting, die praxisnah anhand von Werbebeispielen aufzeigt, wo die heimlichen Kundenkiller zu finden sind. Die Zuhörer erfahren, wie typische Werbefehler vermeidbar sind und wie Profis aus der Branche das Thema angehen, um Umsätze zu steigern.
Meteorologisch: Vorträge zum Thema Klimawandel
Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen die Obstbauern in hohem Maße, da der Ertrag stark von der Witterung abhängig ist. Eine Vortragsreihe am Messe-Sonntag thematisiert den Klimawandel im Obstbau, beleuchtet Witterungsdaten der letzten Jahrzehnte, und geht auf Auswirkungen und Maßnahmen für die Praxis im Kern- und Beerenobst ein.
Ein weiterer Aspekt des Klimawandels sind Hagelunwetter, die in den letzten 20 bis 30 Jahren messbar zugenommen haben. Wie sich Hagelnetze auf das Wachstumsverhalten auswirken, Fragen zu Anbautechniken und den optimalen Aufbau einer Netzeinrichtung, klärt eine Vortragsreihe am Messe-Sonntag.
Hochprozentig: Themen rund um Destillate
Ein wichtiger Treffpunkt für hochprozentige Themen ist der fünfte Brennertag am Sonntag, 21. Februar 2010, der im Rahmen der Fachmesse stattfindet. An diesem Tag versammeln sich Verbandsvertreter aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Themenschwerpunkt ist die Zukunft des Brennereiwesens auf europäischer Ebene. Obst- und Kleinbrenner können sich am Samstag, 20. Februar 2010 bei einem Vortrag von Dr. Thomas Senn, Dozent der Universität Hohenheim, über die neuen EU Rechtsvorschriften für Abfindungsbrenner informieren. Beim anschließenden Verkostungsseminar lernen alle Interessierten die Technik kennen, um die Qualität von Bränden richtig einschätzen zu können. (
Anmeldung für Vortrag und Seminar unter +49 7541-708362).
Wie man Aromadestillate zum Würzen von Speisen wirkungsvoll einsetzt, demonstriert August Kottmann, Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Klein- und Obstbrenner in Nord-Württemberg und Gastronom. An allen Tagen zeigen Aussteller die neuesten Produkte aus den Bereichen Brennerei und Destillate. Am Stand der Württembergischen Brennereiverbände Nord und Süd stehen prämierte Brände aus dem Jahr 2009 zur Verkostung bereit.
Würzig: Hopfen als Geschmackserlebnis
Wer in die Welt des "grünen Goldes" eintauchen und die Vielfalt der Deutschen Biere schätzen lernen möchte, ist im Verkostungsseminar von Walter König richtig. Am Sonntag, 21. Februar, weiht der Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes alle Interessierten in die Technik ein, um Sorten zu differenzieren und die Biere mit allen Sinnen bewusster erleben zu können. (
Anmeldung unter +49 7541-708362). Wie Bier als Gewürz in der Küche eingesetzt werden kann, erfahren die Besucher der Koch-Show von Bernd Reutemann. Der Geschäftsführer des Hotels Bischofschloss in Markdorf gibt nicht nur Empfehlungen, welches Bier zu welchem Essen passt, sondern zeigt auch, wie Soßen mit dem Gerstensaft zum i-Tüpfchen eines Gerichts werden können.
Nostalgisch: Sonderschau von Oldtimer-Traktoren
Eine Reise in die Vergangenheit können die Besucher in der Sonderausstellung mit 30 aufwändig und liebevoll restaurierten Traktoren sowie landwirtschaftlichen Geräten unternehmen. Die Traktorfreunde vom Argental zeigen Raritäten wie ein Raupenfahrzeug von Ransomes aus dem Jahr 1940 oder eine Hanomag Perfekt 401 mit Seilwinde. Die Ausstellungsstücke verdeutlichen, wie der Bauer früher auf dem Feld gearbeitet hat: So ist beispielsweise ein Kramer Traktor mit Bandsäge aus dem Jahr 1951 zu sehen und ein Tiger der Firma Eicher mit Baumspritze. Außerdem stehen Ansprechpartner für Fragen rund um die Ausstellungsstücke und die historische Landwirtschaft zur Verfügung.
Modisch: Landfrauen auf dem Laufsteg
Was Frühjahr und Sommer modisch zu bieten haben, zeigen Landfrauen erstmals auf der Modenschau im Rahmen der Fruchtwelt Bodensee. Egal ob sportlich oder elegant - die Modelle repräsentieren authentisch die Landfrau von heute und tragen Mode für Arbeit, Freizeit und festliche Anlässe zur Schau.
Zeitgleich: Parallelveranstaltung "agarwelt"
Nach ihrem erfolgreichen Start im Jahr 2008 findet parallel zur Fruchtwelt Bodensee die Fachmesse "agrarwelt" statt. Unter dem Motto "Hof - Land - Zukunft" richtet sich die Veranstaltung an Voll- und Nebenerwerbslandwirte sowie interessierte Endverbraucher. Im Fokus stehen die Themen Bio-Energie, regionale Kulturlandschaft und Agrartechnik. Weitere Infos zu Ausstellern und dem Vortragsprogramm im Internet unter
www.agrarwelt-bodensee.de.
Preise und Öffnungszeiten
Die Fruchtwelt Bodensee ist von Freitag, 19. bis Sonntag, 21. Februar 2010 geöffnet; Freitag und Samstag von 9 bis 18 Uhr, Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Die Tageskarte kostet 9 Euro und beinhaltet auch den Eintritt auf die "agrarwelt".